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2. Primärproduktion

Die Primärproduktion der Salzindustrie in Deutschland umfasst insbesondere die Steinsalzgewinnung und -aufbereitung sowie Solegewinnung und anschließende Herstellung von Siede- und Pfannensalz.

Primärproduktion Steinsalz Um Steinsalz bergmännisch zu gewinnen, werden die Lagerstätten durch geologische Exploration erschlossen. Die Salzgewinnung erfolgt durch Bohr- und Sprengarbeit oder durch schneidende Gewinnung. Das Steinsalz fällt so an, dass es auf mechanischem Wege durch Brechen und Mahlen aufbereitet werden kann. Weitere Schritte der Aufbereitung sind Siebung und Sichtung sowie die Zwischenlagerung.

Primärproduktion Siedesalz und Pfannensalz

Die Steinsalzlagerstätte wird von über- oder untertage aus durch Solebohrungen aufgeschlossen und gesättigte Sole gewonnen (Solkavernen, Bohrspülwerke). Neben dieser Bergbausole wird auch natürliche Sole gefördert. Die Herstellung von Siede- und Pfannensalz erfolgt durch Eindampfung der gesättigten Sole, wobei das Salz auskristallisiert. Das Verfahren der Rekristallisation von bergmännisch gewonnenem Steinsalz erzeugt Siedesalz durch Eindampfung und Abkühlung gesättigter Sole. Beim Rekristallisationsverfahren sollten die letzten Waschschritte mit Wasser bzw. Solen aus Wasser erfolgen, welches hinsichtlich der relevanten Inhaltsstoffe Trinkwasserqualität aufweist. Nach der Kristallisation aus der Sole wird das Salz soweit erforderlich über Siebmaschinen in verschiedene Körnungen klassiert.

Zur Solegewinnung genügt sauberes Wasser gemäß Artikel 2 Abs. 1 Buchst. i der Verordnung (EG) Nr. 852/2004, da die nachfolgende Solereinigung und die thermische Behandlung in der Verdampfungskristallisation und in der Salztrocknung chemische und mikrobiologische Risiken ausschließen.

Die Solegewinnung aus Kavernen erfordert den Einsatz von Blanket zur Steuerung des Solprozesses. Falls hierzu Dieselöl zur Anwendung kommt, sind geeignete anlagentechnische Konzepte notwendig um den Austrag des Dieselöls mit der Rohsole zu vermeiden. Falls technisch und betriebswirtschaftlich möglich, wird empfohlen, anstatt Dieselöl Blanketgas (z.B. Luft, Stickstoff) zu verwenden. Um den Eintrag von Verunreinigungen (Staub, Öl, Dioxine, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe etc.) in die Sole zu verhindern, sollen keine Rauchgase aus einer Ölfeuerung in der chemischen Solereinigung verwendet werden. Hierfür eignen sich nur Rauchgase aus einer Erdgasfeuerung, die zuvor einer Nasswäsche unterzogen wurden. Erfolgt die Trocknung des Salzes in der Weise, dass das kristallisierte Salz direkt mit den Rauchgasen einer Feuerungsanlage in Berührung kommt, werden geeignete Massnahmen ergriffen, um den Eintrag von Schadstoffen in das Salz zu verhindern. Als geeignete Maßnahme wird beispielsweise die Verwendung von Erdgas in der Feuerungsanlage angesehen.

Abgrenzung der Primärproduktion

Die Primärproduktion ist mit der Erzeugung der verschiedenen Salzkörnungen und deren eventuellen Zwischenlagerung abgeschlossen. Die Weiterverarbeitung zu Speisesalz erfolgt in anschließenden Produktionsschritten.