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Salze

Vor 100 bis 200 Millionen Jahren verdunsteten im europäischen Raum Meere und wurden von verschiedenen Erd- und Gesteinsschichten überlagert. Durch die verschiedensten geologischen Einflüsse findet man heute in Deutschland Steinsalzlagerstätten in einer Tiefe von 70 m bis 1.000 m. Die verschiedenen Salzlagerstätten sind über ganz Deutschland verteilt. Heute wird Salz in Deutschland durch bergmännischen Abbau oder durch Aussolung von unterirdischen Salzlagerstätten gewonnen.

Steinsalz

Um Steinsalz bergmännisch zu gewinnen, werden zur Erschließung der Lagerstätten in der Regel zwei Schächte niedergebracht, die untertage durch Strecken miteinander verbunden werden.

Die Salzgewinnung erfolgt durch Bohr- und Sprengarbeit. Mobile Großgeräte mit hoher Leistungsfähigkeit werden hier eingesetzt. Zur Herstellung der Sprenglöcher dienen elektrohydraulisch arbeitende Bohrwagen. Der Sprengstoff (in der Regel ein Ammoniumnitratsprengstoff) wird in loser Form mit Hilfe von Sprengstoffladegerät-Fahrzeugen mit Druckluft in die Bohrlöcher eingebracht und elektrisch gezündet.Das losgesprengte Steinsalz wird entweder von dieselbetriebenen Frontschaufelfahrlader mit Nutzlasten bis 18 t oder mit Elektrohydraulik-Baggern in Kombination mit dieselbetriebenen Absetzmulden-Kippern mit Nutzlasten bis 50 t abgefahren. Das Steinsalz wird untertage zerkleinert und dann über Förderbänder zum Förderschacht transportiert.

Bei der schneidenden Gewinnung werden elektrohydraulisch arbeitende Streckenvortriebsmaschinen, die mit zwei bzw. vier Schneidrotoren und mit Schrämketten ausgerüstet sind, eingesetzt.

Das geförderte Steinsalz fällt so an, dass es auf mechanischem Wege durch Brechen, Mahlen u.a. aufbereitet werden kann. Hierdurch wird das Salz für die weitere Verarbeitung vorbereitet.

Abbauverfahren

Die Verfahren zur bergmännischen Steinsalzgewinnung richten sich nach der Mächtigkeit und dem Einfallen der Lagerstätte. Der Abbau der steilstehenden Lager im norddeutschen Raum erfolgt fast ausschließlich durch das im Kalibergbau bewährte Trichterbauverfahren. In der flachen Lagerung ist der versatzlose Kammerbau mit Längspfeilern das vorherrschende Abbauverfahren. Bei dieser Gewinnungsmethode werden ausgehend von einer Förderstrecke rechtwinklig hierzu in bestimmten Abständen sogenannte Kammerstrecken aufgefahren, die dann in weiteren Abbauphasen durch Bohr- und Sprengarbeit auf die endgültigen Abbaukammerquerschnitte erweitert werden. So entstehen Abbaukammern von 140 m bis 600 m Länge, 12 m bis 22 m Breite und 5 m bis 40 m Höhe. Zur Erhaltung der Standsicherheit werden zwischen den Abbaukammern Salzpfeiler belassen. Diese Sicherheitspfeiler haben je nach AbbauTeufe 8m bis zu 56 m Breite. Der eigentliche kammerartige Abbau erfolgt entweder im firstenbauartigen Verhieb oder im Strossenbauverfahren.

Beim Firstenkammerbau wird das Abbaustreckensystem im Liegenden der abbauwürdigen Salzpartie aufgefahren. Der Abbau der Kammern wird in mehreren seriellen Arbeitsphasen durchgeführt. In der Hauptabbauphase wird die sog. "Hohe First" durch Steilsprengen im Rückbau hereingewonnen. Hierbei wird das Salz von der Firste nach unten gesprengt. Bei Anwendung des Strossenbauverfahrens wird die Kammereinbruchstrecke im Hangenden der abbauwürdigen Salzpartie aufgefahren. Der Abbau der Kammern erfolgt nach Erweiterung der Kammerstrecke und Herstellung eines Strossenkeils im Prinzip wie in einem Steinbruch. Es werden ca. 80° geneigte Strossenbohrlöcher von oben nach unten gebohrt. Anschließend erfolgt das Absprengen der Strosse.

Sole

Seit Beginn der 50er Jahre wird Sole (auch aus natürlichen Quellen) gewonnen und als Grundstoff der chemischen Industrie zur Verfügung gestellt. Der Soletransport erfolgt meist über eine Sole-Pipeline, manchmal über mehrere hundert Kilometer hinweg.

Siedesalz

Das meist zum Kochen benutzte Speisesalz wird in Salinen gewonnen und Siedesalz genannt. Zur Herstellung von Siedesalz wird das aus Salzbergwerken oder aus Quellen stammende salzhaltige Wasser, die so genannte Sole, eingedampft. Dazu wird eine Salzlagerstätte angebohrt und in die entstehenden Hohlräume Süßwasser eingeleitet. Das Salz löst sich im Wasser. Es bildet sich Sole. Die Bestandteile des Salzgesteins, die sich nicht auflösen, sinken ab und bleiben in den Hohlräumen. Die Sole wird in großen Behältern verarbeitet, die Verdampfer genannt werden. In den geschlossenen Behältern kocht (oder: siedet) die Sole, wobei das Wasser verdampft und sich Salzkristalle bilden. Der Salzbrei wird abgeführt, und das so gewonnene Siedesalz getrocknet, gesiebt und in Säcke, Eimer oder auch in Pakete abgefüllt.

Meersalz

Vor Tausenden von Jahren entdeckten die Menschen, dass das Meerwasser Salz enthält. In südlichen Ländern leiteten sie das Meerwasser in flache Becken und benutzten die Sonnenenergie, um das Wasser darin verdunsten zu lassen, bis nur noch das Salz zurückblieb. Das Salz aus dem Meer wird Meersalz genannt. Es wird heute in Ländern mit intensiver Sonneneinstrahlung gewonnen, beispielsweise in Frankreich, Spanien und Portugal.

Zur Gewinnung von Meersalz wird das Wasser in flache Betonbecken gepumpt, die man SaIzgärten nennt. Im ersten Becken setzen sich Sand, Schlamm, Mikroorganismen usw. ab. Dann leitet man das salzige Wasser in weitere Becken, wo sich durch die fortlaufende Verdunstung im letzten Becken das Salz absetzt. Das Salz wird dann mit Maschinen oder mit der Hand zusammen geschoben, gründlich gereinigt und verpackt. Nur etwa 80 Prozent der Salze im Meerwasser sind Natriumchlorid, der Rest besteht aus anderen Salzverbindungen und Verunreinigungen (z.B. Gips).

Würdigung

"Unter allen Edelsteinen ist Salz der kostbarste." Mit diesem Satz würdigte Justus von Liebig die elementare Bedeutung von Natriumchlorid (NaCl), das auch Kochsalz, Steinsalz, Siedesalz, Meersalz oder einfach Salz genannt wird.