Steinsalz
Um Steinsalz bergmännisch zu gewinnen, werden zur Erschließung der Lagerstätten in der Regel zwei Schächte niedergebracht, die untertage durch Strecken miteinander verbunden werden.
Die Salzgewinnung erfolgt durch Bohr- und Sprengarbeit. Mobile Großgeräte mit hoher Leistungsfähigkeit werden hier eingesetzt. Zur Herstellung der Sprenglöcher dienen elektrohydraulisch arbeitende Bohrwagen. Der Sprengstoff (in der Regel ein Ammoniumnitratsprengstoff) wird in loser Form mit Hilfe von Sprengstoffladegerät-Fahrzeugen mit Druckluft in die Bohrlöcher eingebracht und elektrisch gezündet.
Das losgesprengte Steinsalz wird entweder von dieselbetriebenen Frontschaufelfahrlader mit Nutzlasten bis 18 t oder mit Elektrohydraulik-Baggern in Kombination mit dieselbetriebenen Absetzmulden-Kippern mit Nutzlasten bis 50 t abgefahren. Das Steinsalz wird untertage zerkleinert und dann über Förderbänder zum Förderschacht transportiert.
Bei der schneidenden Gewinnung werden elektrohydraulisch arbeitende Streckenvortriebsmaschinen, die mit zwei bzw. vier Schneidrotoren und mit Schrämketten ausgerüstet sind, eingesetzt.
Das geförderte Steinsalz fällt so an, dass es auf mechanischem Wege durch Brechen, Mahlen u.a. aufbereitet werden kann. Hierdurch wird das Salz für die weitere Verarbeitung vorbereitet.
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Abbauverfahren
Die Verfahren zur bergmännischen Steinsalzgewinnung richten sich nach der Mächtigkeit und dem Einfallen der Lagerstätte. Der Abbau der steilstehenden Lager im norddeutschen Raum erfolgt fast ausschließlich durch das im Kalibergbau bewährte Trichterbauverfahren.
In der flachen Lagerung ist der versatzlose Kammerbau mit Längspfeilern das vorherrschende Abbauverfahren. Bei dieser Gewinnungsmethode werden ausgehend von einer Förderstrecke rechtwinklig hierzu in bestimmten Abständen sogenannte Kammerstrecken aufgefahren, die dann in weiteren Abbauphasen durch Bohr- und Sprengarbeit auf die endgültigen Abbaukammerquerschnitte erweitert werden. So entstehen Abbaukammern von 140 m bis 600 m Länge, 12 m bis 22 m Breite und 5 m bis 40 m Höhe. Zur Erhaltung der Standsicherheit werden zwischen den Abbaukammern Salzpfeiler belassen. Diese Sicherheitspfeiler haben je nach AbbauTeufe 8m bis zu 56 m Breite. Der eigentliche kammerartige Abbau erfolgt entweder im firstenbauartigen Verhieb oder im Strossenbauverfahren.
Beim Firstenkammerbau wird das Abbaustreckensystem im Liegenden der abbauwürdigen Salzpartie aufgefahren. Der Abbau der Kammern wird in mehreren seriellen Arbeitsphasen durchgeführt. In der Hauptabbauphase wird die sog. "Hohe First" durch Steilsprengen im Rückbau hereingewonnen. Hierbei wird das Salz von der Firste nach unten gesprengt.
Bei Anwendung des Strossenbauverfahrens wird die Kammereinbruchstrecke im Hangenden der abbauwürdigen Salzpartie aufgefahren. Der Abbau der Kammern erfolgt nach Erweiterung der Kammerstrecke und Herstellung eines Strossenkeils im Prinzip wie in einem Steinbruch. Es werden ca. 80° geneigte Strossenbohrlöcher von oben nach unten gebohrt. Anschließend erfolgt das Absprengen der Strosse.