Sole
Vollgesättigte Sole hat bei 15°C eine Dichte von 1,204 g/cm3 und einen NaClGehalt von 26,4 v.H. (317,86 g/l). Natürliche Sole ist meist untersättigt. Sie wird durch Anbohrung unterirdischer Solequellen gewonnen und nachträglich durch Zugabe von festem Salz aufgesättigt. Künstliche Sole wird aus Gründen der wirtschaftlichen Verarbeitung von vornherein als gesättigte Sole erzeugt. Sie kann aus Salzlagerstätten bergmännisch oder durch kontrollierte Bohrlochsolung gewonnen werden. Sie wird auch durch Auflösen von bergmännisch gefördertem Steinsalz hergestellt. Die gewonnene Rohsole ist im allgemeinen für die weitere Verarbeitung nicht rein genug und daher vor ihrem Einsatz einer Reinigung zu unterziehen.
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Bergmännische Gewinnung
Der klassische Solebergbau wird heute noch im Salzbergwerk Berchtesgaden betrieben. Hier werden nach dem sogenannten SinkwerksbauVerfahren definierte Kammern durch immer neue Süßwasserfüllungen, die sich in bestimmten Zeiten zur Sole aufsättigen, ausgelaugt.
Gewinnung durch kontrollierte Bohrlochsolung
Die kontrollierte Bohrlochsolung von über Tage ist die moderne Form der Gewinnung von Sole aus Steinsalzlagerstätten. Die Steinsalzlagerstätte wird von übertage aus durch Solebohrungen (Kavernenbohrungen) aufgeschlossen. Die Kontrolle der Aussolung erfolgt durch Messung des Salzgehaltes und der Menge der geförderten Sole sowie zusätzlich durch echometrische Vermessung des entstandenen Hohlraumes.
In Deutschland kommt vornehmlich die Gewinnungsmethode der Einzellochsolung zur Anwendung. Dieses Verfahren ist nur in mächtigen Salzlagern oder in Salzstöcken wirtschaftlich durchführbar. Dabei wird über den Ringraum zwischen zwei konzentrischen, in die Bohrung eingehängten Spülrohrsträngen Süßwasser in die Bohrung injiziert. Das Wasser löst das an der Bohrloch- bzw. Kavernenwandung anstehende Salz und steigt im zentralen Rohrstrang nach übertage auf.
Solereinigungsverfahren
Gesättigte Sole ist das Ausgangsprodukt für die Herstellung von Siedesalz, für die Sodaerzeugung und die elektrolytische Gewinnung von Chlor und Natronlauge. Diese Sole wird wie beschrieben als Rohsole durch Lösen von Steinsalz gewonnen. Sie enthält als Nebenbestandteile Calzium, Magnesium- und Sulfationen und wird vor ihrer Weiterverarbeitung einer chemischen Solereinigung unterzogen.
Die Entfernung der gelösten Calzium- und Magnesiumionen erfolgt hauptsächlich durch Behandlung der Rohsole mit Kalkmilch und Soda oder auch mit Natronlauge und Soda.
Kavernennutzung
Die bei der kontrollierten Bohrlochsolung entstehenden Hohlräume eignen sich für die Speicherung von Mineralöl und Mineralölprodukten sowie Gasen (zum Beispiel Erdgas, Ethylen u.a.), und sie können auch als Deponie benutzt werden.