Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung veröffentlichte in ihrem Ernährungsbericht 2000 Daten zur mittleren täglichen Zufuhr an Energie und Nahrungsinhaltsstoffen. Die Natriumwerte ergaben umgerechnet in Kochsalz einen Durchschnittsverzehr bei Männern von 7,9 g/Tag und bei Frauen von 6,9 g/Tag.
An der „Nationalen Verzehrsstudie (NVS)“ nahmen 24.000 Personen aus mehr als 11.000 Haushalten teil und fertigten anhand eines Strukturfragebogens sieben Tage lang detaillierte Verzehrs- und Tätigkeitsprotokolle an. Bei der „Verbundstudie Ernährungserhebung und Risikofaktoren-Analytik (VERA)“ wurden 2.000 Personen ausgewählt.
Bei ihnen wurden mehr als 100 klinisch-chemische Parameter untersucht, darunter auch die Natriumausscheidung. Die Ergebnisse beider Studien zeigen eine mittlere Kochsalzaufnahme bei erwachsenen Frauen von 7,2 und bei Männern von 9,3 Gramm pro Tag.
Prof. Dr. Manfred Anke vom Institut für Ernährung und Umwelt aus Jena hat in den Jahren 1988 und 1991 in einer Erhebung in den neuen Bundesländern, bei 140 gesunden Personen (7 Gruppen mit 10 Frauen und 7 Gruppen mit 10 Männern in verschiedenen Städten) im Alter zwischen 20 und 60 Jahren an sieben aufeinander folgenden Tagen die Natriumausscheidung kontrolliert und den tatsächlichen Salzverzehr per Duplikatmethode bestimmt. In den Jahren 1988, 1992 und 1996 wurden weitere Untersuchungen bei 18 Testgruppen in Deutschland durchgeführt. Das Ergebnis lautet: Frauen nehmen im Mittel nur 6,4 Gramm und Männer 8,5 Gramm Kochsalz (NaCl) zu sich.
Diese ermittelten Verzehrswerte der vorgenannten Studien sind wesentlich geringer, als in Lehrbüchern beschrieben wird. Die Ergebnisse belegen, dass der Kochsalzverzehr bislang erheblich überschätzt wurde.