Umwelt
Seit den 50er Jahren konnte mit Hilfe neuer Winterdienst-Technologie die Streumenge um 50 Prozent reduziert werden.
Zur Beseitigung winterlicher Straßenglätte wird seit Ende der fünfziger Jahre Auftausalz verwendet. Die zunehmende Verwendung führte zu Auseinandersetzungen mit Umweltfragen. Der Schutz der Umwelt wurde auch beim Straßenwinterdienst zur Verpflichtung. Im letzten Jahrzehnt sind die Fortschritte technischer und organisatorischer Art durch Praxisversuche und Forschungsergebnisse erweitert worden.
Der Winterdienst mit Auftausalz ist in den letzten Jahren, auch im Sinne des Umweltschutzes, wesentlich verbessert worden, vor allem wegen der Feuchtsalztechnologie, der Einführung EDV-gesteuerter, geschwindigkeitsabhängiger Streutechniken, der verbesserten Straßenwetter-Beobachtung und -Prognose sowie der Optimierung der Einsatzplanung. Wurden in den sechziger Jahren noch mehr als 40 g/m2 Auftausalz eingesetzt, so sind es heute je nach Witterung nur noch 10 bis 20 g/m2. Hinzu kommt - wo es für verantwortbar gehalten wird - Nullstreuung in Wohnstraßen.
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Intensivierte mechanische Schneeräumung
Die eingesetzte Räumtechnik setzt auf verstärkte mechanische Räumung (bessere Pflüge oder zusätzlichem Einsatz von Kehrbesen) und schließlich reduziertem Streuen. Zusätzlich wurde das Anforderungsniveau herabgesetzt: Nullstreuung auf Wohnstraßen. Eine Studie der Technischen Hochschule Darmstadt belegt, dass durch eine Verbesserung der Schneeräumung der Streustoffeinsatz reduziert werden kann. In der Praxis hat sich eine Kombination als günstig erwiesen, bei der durch Räumen so viel Schnee wie möglich von der Fahrbahn entfernt wird, was die Menge noch zu applizierender auftauender Streustoffe zu reduzieren ermöglicht.
Besonders effektiv ist der Einsatz von Räum-Kehr-Kombinationen. Dabei räumt ein Schneepflug Schnee zur Seite und ein nach geschalteter Besen kehrt weitere Schneereste weg. Dadurch verringert sich die auf der Fahrbahn verbleibende Schneemenge im Vergleich zum Schneepflug um bis zu 82 Prozent. Der Durchschnittswert liegt bei 42 Prozent. Die Studie zeigt weiterhin, dass sich hinter dem Räumgerät der Reibbeiwert durchschnittlich um 43 Prozent erhöht.
Wichtig ist, dass die zeitnahe Streuung bei entsprechenden Witterungsverhältnissen nach wie vor unerlässlich ist, um die Räumfähigkeit des Schnees zu gewährleisten. Eine intensive Schneeräumung in Kombination mit Tausalzanwendung optimiert den Winterdiensteinsatz - mit Blick auf die Verkehrssicherheit ebenso wie mit Blick auf die Umwelt.