Feuchtsalz-Technologie
Feuchtsalz verhindert die Verwehung bei der Ausbringung, ermöglicht größere Streubreiten, haftet auf reif- und eisglatter Fahrbahn besser als Trockensalz, setzt dazu den Auftauprozess schneller in Gang und hält die Straßen länger eisfrei.
Feuchtsalz entsteht durch Anfeuchten des trockenen Auftausalzes mit Salzlösungen (NaCl, CaCl2, MgCl2). Durch die schnellere Wirkung und die geringeren Wehverluste ist bei Feuchtsalz die Verwendung geringerer Mengen bei gleichzeitiger höherer Wirksamkeit möglich. Die Feuchtsalzstreuung hat sich außerorts innerhalb der achtziger Jahre stark verbreitet. Seit Anfang der neunziger Jahre wird sie zunehmend auch innerorts eingesetzt. Neben dem üblichen Feuchtsalz (FS 30) gibt es noch eine seltenere Variante (FS 5).
Vorteile der Feuchtsalzstreuung
1. Geringere Umweltbelastung
- verringerte Wehverluste in die Straßenseitenräume
- Verringerung der Taustoffmenge durch vollständige Ausnutzung
2. Steigerung der Verkehrssicherheit
- besseres Haftvermögen
- längere Verweildauer
- ermöglicht witterungskonforme Streuung
- verbesserte Anfangstauwirkung
- gleichmäßiges, dichtes und homogenes Streubild
- Einsatz bei tieferen Temperaturen
3. Steigerung der Wirtschaftlichkeit
- Einsparung durch geringere Mengen
- größere Reichweite der Streufahrzeuge
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Feuchtsalz-Streutechnik: FS 30
In den Streugutbehältern der Fahrzeuge wird trockenes Salz geladen. In separaten, seitlich an den Streugutbehältern angebrachten Soletanks befindet sich NaCl-, CaCl2- oder MgCl2-Sole. Während des Transports sind Salz und Sole getrennt. Die Vermischung von Auftausalz und Sole erfolgt unmittelbar vor der Ausbringung auf dem Streuteller in einem Mischungsverhältnis von 70 Gewichtsprozent Auftausalz und 30 Gewichtsprozent Sole.
Verringerung der Umweltbelastung
Bei konsequenter Anwendung der Feuchtsalztechnik mit allen zuvor erwähnten Vorteilen werden im Winterdienst Einsparungen beim jährlichen Salzverbrauch von durchschnittlich 24 Prozent in Städten bis zu 44 Prozent auf den Straßen außerhalb der Städte erreicht; dies hat auch das mögliche Risiko der Umweltschäden entscheidend verringert.
Aufgrund der Kenntnisse der Einsparungspotentiale kann die Feuchtsalzstreuung aus Umweltgesichtspunkten generell für alle Winterdienstbetriebe empfohlen werden.
Feuchtsalz-Streutechnik: FS 5
Trockenes Auftausalz wird beim Beladen des Streufahrzeuges angefeuchtet. Das Salz-Sole-Gemisch setzt sich aus 95 Gewichtsprozent Auftausalz und 5 Gewichtsprozent Feuchtigkeit zusammen. Das gesamte Auftausalz im Streufahrzeug ist zu Beginn des Streueinsatzes durchfeuchtet. Beim Streuvorgang nicht ausgebrachtes Salz-Sole-Gemisch befindet sich in feuchtem Zustand im Streufahrzeug. Dadurch besteht die Gefahr, dass das feuchte Gemisch zusammen backt und mit dem Streufahrzeug nicht mehr ausgebracht werden kann. Deshalb muss das Streufahrzeug in der Salzhalle entleert werden.