Ökobilanz Salz / Splitt
Splitt ist weder wirtschaftlich noch ökologisch für kommunale Straßen eine Alternative zu Auftausalz.
Für die Herstellung und Ausbringung von abstumpfenden Streumitteln benötigt man für den gleichen Einsatzzweck einen dreifach höheren Energieaufwand als für Auftausalz. Hinzu kommt noch ein erheblicher Entsorgungsaufwand. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Hydrotox GmbH und des Öko-Instituts e.V. zu einem ökologischen Systemvergleich verschiedener Streumittel.
Die im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführte Studie bewertet den ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen von chemischen Auftaumitteln auf Formiat-Basis und Calcium/Magnesiumacetat im Vergleich zu herkömmlichem Auftausalz, Calciumchlorid sowie abstumpfenden Streumitteln (z.B. Splitt) im kommunalen Winterdienst.
Im ökologischen Vergleich der Streu- und Enteisungsmittel wurde auch eine orientierende Ökobilanz berücksichtigt. Organische Auftaumittel und abstumpfende Streumittel im Straßenwinterdienst weisen hinsichtlich Primärenergieverbrauch, Treibhauspotential und Kosteneffizienz deutliche Nachteile gegenüber Auftausalz auf.
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Bei Eis- und Reifglätte sind abstumpfende Stoffe wirkungslos. Unfallanalysen bestätigen, dass mit abstumpfenden Streustoffen nicht das Maß an Verkehrssicherheit erreicht werden kann wie mit Auftausalz.
Im Gegensatz zum Auftausalz beseitigen abstumpfende Stoffe die Glätte nicht, sondern vermindern die Glätte lediglich vorübergehend. Der für den Bremsweg und die Fahrstabilität maßgebende Kraftschluss zwischen Fahrzeugrad und Fahrbahn wird damit nur geringfügig verbessert.
Probleme mit abstumpfenden Streustoffen
- Hoher Streustoffbedarf, etwa zehn- bis zwanzigfache Menge
- Umweltgefährdung durch Ablagerung von Streumaterial in Grünbereichen
- Aufhöhung von Seitenstreifen und dadurch erschwerter Wasserabfluss
- Glasbruch und Lackschäden durch hoch gewirbeltes Grobkorn
- Vorzeitiger Verschleiß der Fahrbahnmarkierungen durch schmirgelnde Wirkung
- Verstopfen von Entwässerungsanlagen, Einlaufschächten und Rohrleitungen (Kanalisation), hoher Reinigungs- und Entsorgungsaufwand
- Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit
- Staubentwicklung mit Gesundheitsgefährdung
- Schwermetallgehalte
- Entsorgungsprobleme (Sondermüll)
Die benötigte Menge pro Flächeneinheit ist bei abstumpfenden Stoffen im Vergleich zu Auftausalz um mehr als das Zehn- bis Fünfzehnfache größer. Hinzu kommen eventuell erforderliche Nachstreuungen, da der Splitt nach 300 bis 500 Fahrzeugüberfahrten aus der Rollspur geschleudert ist. Entsprechend höher ist der finanzielle Aufwand für Kauf, Transport, Lagerung und Streuung sowie der personelle Aufwand bei der Ausbringung und Wiederaufnahme, denn letztlich müssen die abstumpfenden Mittel wieder aufgekehrt, entsorgt oder aufwendig recycelt werden.
In der Schweiz wurde im Auftrag des Bundesamts für Straßen die Studie „Salz- oder Splittstreuung im Winterdienst“ für den Winterdienst innerorts durchgeführt. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass dem Winterdienst mit Salzstreuung in Kombination mit der Nullstreuung eindeutig der Vorzug zu geben ist. Die Splittstreuung kommt in der Schweiz nur noch in Ausnahmefällen, z.B. in Wintersportorten („Ästhetik des weißen Schnees“) in Frage.
Die im Rahmen der Studie erstellte Ökobilanz hat gezeigt, dass die Salzstreuung mit Blick auf die ökobilanzrelevanten Belastungen (Energie- und Wasserbedarf, Luft- und Wasseremissionen, Abfallmengen) deutlich besser als die Splittstreuung abschneidet.