Differenzierter Winterdienst
Im Rahmen des Differenzierten Winterdienstes gilt die Empfehlung: Die Verwendung der Streustoffe erfolgt nach Verkehrsbedeutung der Straßen, deren Trassierung und dem Einsatzfall.
Neue Forschungserkenntnisse lassen für die bisherige Winterdienst-Praxis der meisten Städte und Gemeinden ein Umdenken notwendig werden. Durch die Studienergebnisse wurden die Erfahrungen vieler Winterdienst-Verantwortlichen bestätigt, dass nämlich die Streuung abstumpfender Stoffe wirtschaftlich und ökologisch wenig sinnvoll ist.
Mit dem Differenzierten Winterdienst wird der Einsatz von Salz auf allen Straßen empfohlen, auf denen aus Gründen der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses ein höherer Kraftschluss zwischen Fahrzeug und Fahrbahn erreicht werden muss, nämlich auf
- überörtlichen Verbindungen, Durchgangsstraßen
- Gemeindeverbindungsstraßen
- Hauptverkehrs-, Hauptsammelstraßen, Straßen mit hoher Verkehrsbelastung
- Straßen mit besonderen Verkehren (ÖPNV)
- besondere Gefahrenstellen
Auf allen anderen Straßen, auf denen die Streuung von Salz nicht erforderlich ist, ist grundsätzlich die Nullstreuung zu empfehlen. Die mittlerweile üblichen geringen Streumengen an Auftausalz und die modernen Ausbringungsverfahren erlauben eine gezielte und sparsame Salzanwendung. Kritische Belastungen für die Umwelt können so verhindert werden.
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Die gemachten Erfahrungen im Winterdienst der vergangenen Jahre zusammen mit den vorliegenden Studien finden ihren Niederschlag in dem von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) in Verbindung mit dem Bundesminister für Verkehr Ende 1997 neu herausgegebenen „Merkblatt für den Unterhaltungs- und Betriebsdienst an Straßen, Teil: Winterdienst“ sowie der vom Verband Kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung e.V. (VKS) 1997 herausgegebenen Informationsschrift „Differenzierter Winterdienst im kommunalen Bereich“.
Salz-, Splitt- und Nullstreuung
Salz
- Unverzichtbar auf verkehrswichtigen und gefährlichen Straßenabschnitten.
- Wirtschaftlichster Streustoff mit Blick auf Streu- und Ausbringungskosten.
- Bei vorsichtiger Dosierung und Ausbringung keine kritischen Umweltschäden.
- Feuchtsalz-Einsatz verbessert die Wirkung und verringert die Salzmenge.
Splitt
- Geringe Wirkung auf den Verkehr: Kraftschluss verbessert sich nur geringfügig.
- Erheblicher Kostenfaktor (5 bis 10 Mal höher als Salzstreuung) durch große Streumengen und Wiederaufnahme bzw. Entsorgung.
- Staubbelastung ist erheblich gesundheitsgefährdend für Anwohner und Kehrpersonal.
- Kein restlos funktionierendes Recyclingverfahren vorhanden.
- Nur auf geschlossener Schneedecke leichte Verbesserung des Kraftschlusses.
Nullstreuung
- Auch ohne Streuung auf Nebenstraßen ein gutes Sicherheitsniveau, da die Verkehrsteilnehmer ihre Fahrweise anpassen.
- Auf diesen Strecken ist die Nullstreuung im Vergleich zur Splittstreuung mindestens gleich gut.
- Keine Kosten und Umweltbelastung.